Interview mit dem Ex-Nationalspieler und heutigen Manager OLIVER BIERHOFF über die Folgen seines legendären Golden Goal, seine Rolle als Finanzberater von Spitzensportlern und warum mangelnde fnanzielle Bildung ein Problem ist.

club!: Herr Bierhoff, Sie haben als Direktor des Deutschen Fußball Bundes 2014 die Weltmeisterschaft mitgewonnen, aber noch mehr hat man Sie in Erinnerung für das erste Golden Goal der Fußballgeschichte, mit dem Sie 1996 die Europameisterschaft für Deutschland entschieden. Denken Sie noch manchmal an diesen 30. Juni zurück?
OLIVER BIERHOFF: Immer wieder. Es gibt nur wenige Sportler, bei denen man trotz einer langen Karriere ein einziges markantes Bild vor Augen hat: Uwe Seeler mit hängendem Kopf bei der WM 1966 in England, Franz Beckenbauer mit dem Arm in Schlinge 1970. Bei mir ist es ich eben dieses Tor. Und mir ist bewusst, dass meine Karriere und damit mein Leben anders verlaufen wäre, wenn ich dieses Golden Goal nicht gemacht hätte, besonders was meine Vermarktung angeht.

Kann so ein sehr markanter Meilenstein für einen Sportler auch zur Belastung werden? Ein Golden Goal als Fluch und Segen?
BIERHOFF: Natürlich kann man sagen, wenn eine Karriere auf einen solchen Moment heruntergebrochen wird, kann es zur Belastung werden, dem Anspruch immer gerecht zu werden. Mich hat das eher motiviert und danach habe ich das Tor durch meine Leistungen bestätigt und in allen Bereichen beste Performance abgeliefert. Von dem Moment an habe ich alle Länderspiele gemacht, ich wurde zum Kapitän der deutschen Nationalmannschaft ernannt und beim AC Mailand Meister und Torschützenkönig. Wären diese Erfolge nicht gewesen, hätte ich nach einiger Zeit vielleicht gelitten, so nicht. Für mich war es in vielerlei Hinsicht ein Segen.

Sie stammen aus einem für Fußballer eher ungewöhnlichen Elternhaus. Ihr Vater war Vorstand bei RWE. Hieß es da Zuhause nicht: Geh mal lieber zum Hockey oder Tennis?
BIERHOFF: Überhaupt nicht. Meine Oma, die Mutter von meinem Vater, hat zwar immer zu mir gesagt. „Oliver, Fußball, das ist doch nichts für Dich”. Das Gleiche hatte sich aber schon mein Vater anhören müssen, der ebenfalls ambitioniert gespielt hat. Er war Jugend-Nationaltorhüter und in höheren Ligen aktiv. Insofern war Fußball bei uns nicht schlecht angesehen und ich hatte immer die volle Unterstützung des Elternhauses. Ohne die ist es auch schwer, das als junger Mensch durchzuziehen.

Wie war es in Ihrer Jugend in den Fußballmannschaften für Sie als Sohn vom Topmanager?
BIERHOFF: In der Jugend habe ich das gar nicht gespürt. Es ist ja auch nicht so gewesen, dass ich mit dem Rolls-Royce vorgefahren wurde. In meiner ersten Zeit als Profi, da spielte ich in Gladbach, stand mal das Gehalt meines Vaters im manager magazin. Das war mehr als bei den meisten Fußballprofs. Da musste ich mir dann schon mal den einen oder anderen Spruch anhören: Na, guck mal, der Olli! Man hat mich dann schnell, auch die Medien, in eine Schublade gesteckt, was nicht immer leicht für mich war.

Wann war klar, dass es bei Ihnen in Richtung Profifußball ging?
BIERHOFF: Bis ich 17 war überhaupt nicht. Ich habe Tennis gespielt, Fußball gespielt, ich war im Chor und in der Schule sehr gut. Der Plan war, Abitur zu machen, zu studieren und nebenher ein bisschen zu kicken. Fußball lief immer nebenher. Ich habe bei Schwarz-Weiß Essen noch für 25 Mark gespielt, da bekamen andere schon 200 oder 300 Mark. Mein Vater sagte aber: Oliver, für 200 Mark unterschreibst du nichts. Das Wichtigste ist deine Freiheit und dass du immer selbst entscheiden kannst, was du willst und wo du spielst. Was Fußball anging, war es Zuhause auf der einen Seite ruhig und entspannt, andererseits aber auch sehr fordernd und fördernd. Der Leistungsgedanke hat schon bei uns geherrscht und wurde mir eingetrichtert

Ist die Höhle der Löwen für Sie eher Show oder ernsthaftes Business?
THELEN: Ich bin bei der Sendung im absoluten Business-Tunnel. Natürlich ist man Mensch und man reflektiert auch, wenn ein persönliches Schicksal dahintersteht. Aber ich habe den Fokus auf das Business, auf den Pitch, auf die Zahlen. Egal, wer da menschlich, im Guten oder im Schlechten, vor mir steht.

Herrschte bei Ihnen in etwa die Mentalität: Mach, was willst, aber mach es richtig?
BIERHOFF: Genauso. Als Kind wollte ich beispielsweise ein Keyboard haben. Da sagten meine Eltern: Kommt nicht in Frage, dann lernst du gleich vernünftig Klavier. Zum Gitarre spielen hatte ich nach zwei Monaten keine Lust mehr. Da hieß es: Das ziehst du jetzt ein Jahr durch und dann entscheidest du, ob du aufhörst oder weitermachst. Diese Einstellung gab es auch in Bezug auf das tägliche Training. Damit wurde mir Disziplin und Ausdauer vermittelt. Die Folge war, dass ich dann mit 16 Auswahlspieler wurde und damit auch die Erwartungshaltung wuchs.

Es heißt, Sie seien das strengste Mitglied der Jury …
THELEN: … wahrscheinlich schon. Mir geht es um das Gründen und deswegen spreche ich in der Sendung wie im echten Leben, da gibt es keinen Filter – im Guten wie im Schlechten. Das hat natürlich Vor- und Nachteile und es gibt deswegen auch den einen oder anderen Aufschrei im Netz. Aber ich bin in der Show eben wie im echten Leben. Das geht vielleicht auch mal daneben, aber wahrscheinlich bin ich deshalb der Härteste in der Runde.

Trotzdem machten Sie Abitur und studierten. Wussten Sie immer, dass Sie neben dem Fußball etwas für den Kopf tun wollten?
BIERHOFF: Sich auf Fußball allein zu verlassen, kam nicht in Frage. In meinem ersten Profjahr habe ich nebenbei Abitur geschrieben und sogar den Grundwehrdienst gemacht. Das war ein Hammerprogramm. Danach habe ich ein halbes Jahr nichts gemacht, mich lediglich auf den Fußball konzentriert.

Und?
BIERHOFF: Nach zwei Monaten merkte ich, wie langsam ich im Denken wurde, wie schwer es mir fel, mich zu konzentrieren. Also begann ich ein Studium, um neben dem Fußball wieder etwas zu tun zu haben. Es gibt ja diesen Spruch: If you want to have something done, give it to a busy man.

Haben Sie eigentlich – zunächst als Fußballer, dann als Verbandsmanager und jetzt als Wirtschaftsmann – immer dasselbe, sagen wir wettkampforientierte Mindset?
BIERHOFF: Ich habe immer gern Druck und Stress gehabt, die Herausforderung gesucht. Ich habe mich immer mit Besseren gemessen, um selbst besser zu werden. Die Herangehensweise ist bei mir immer die gleiche. Ich will Dinge gut machen. Ich will einen Mehrwert schaffen. Wenn ich ein Papier abgebe oder einen Brief schreibe, dann schreibe ich den richtig. Wenn ich die Garage aufräume, dann soll sie richtig aufgeräumt sein. Hinter allen Dingen, die ich mache, steht mein Name, und der soll für Qualität stehen. Das stört mich an der heutigen Zeit so sehr. Alles wird immer oberfächlicher, der Qualitätsanspruch geht verloren.

Wie sehen die Aufgaben in Ihrem neuen Berufsleben aus?
THELEN: Also ich denke, dass das lokale Shopping-Erlebnis zwar weniger, dafür aber hochwertiger wird, weil die Leute dann ganz gezielt in die Geschäfte und Shopping-Center gehen. Meine Vorhersage: Wir werden Dinge nicht mehr in der Masse in Geschäften einkaufen. Den Lebensmitteleinzelhandel wird es natürlich immer geben, denn es ist einfach teuer, das zu verschicken. Aber das klassische Shopping von Produkten wird weniger und hochwertiger werden.

Wie kaufen wir in 30 Jahren ein?
BIERHOFF: Ich war 17 Jahre lang Fußballprofi, 18 Jahre lang Manager in einem Fußballverband. Und natürlich habe ich mich gefragt: Was kommt jetzt? Ich verlasse gern meine Komfortzone und suche Wettbewerb und Challenges. Das Ofensichtlichste und Einfachste wäre gewesen, zu einem Verein zu gehen. Für mich wäre das aber nur so eine Art Copy and Paste gewesen. Ich wollte aber inhaltlich fexibler werden, mehr Freiräume haben, weniger fremdbestimmt sein. Und gerne auch internationaler tätig sein. Daran arbeite ich.

Was bringen Sie in diese neuen Aufgaben ein?
BIERHOFF: Ich glaube, es gibt wenige Sportler, vor allem Fußballer, die soviel verbinden können zwischen Wirtschaft, Finanzen und Sport wie ich. Es gibt Menschen, die technisch noch mehr vom Fußball verstehen, aber die bewegen sich ausschließlich in der Fußballwelt. Und es gibt starke Wirtschaftspersönlichkeiten, die aber den Fußball und die Menschen darin nicht verstehen. Ich verstehe von beiden Welten sehr viel und kann sie verbinden. In diesem Bereich, in dem gerade soviel passiert, möchte ich stattfnden.

Wie tun Sie das?.
BIERHOFF: Sport ist weiter mein Mittelpunkt, hauptsächlich Fußball. Aber ich brauchte eine Plattform im Finanzbereich, also habe ich mich an einem Finanzdienstleister beteiligt. Finvia ist ein Family Office und begleitet Unternehmer, wohlhabende Privatpersonen und Familien sowie Profisportler bei der Strukturierung und Verwaltung ihres Privatvermögens. Verwaltung von Vermögen ist mir sehr nahe, weil ich mich relativ früh für mein eigenes Vermögen mit Private Equity und Venture Capital beschäftigt habe. Mit meinem Mentor Udo Bandow (früherer Bankier, Vorsitzender der Hanseatischen Wertpapierbörse und von 1996 bis 2007 HSV-Aufsichtsratsvorsitzender) aus Hamburg habe ich mich mehr als 30 Jahre lang über die breite Welt der Finanzen ausgetauscht. Von ihm durfte ich so viel lernen. Es passiert gerade sehr viel im Sport-Invest, von Start-ups bis zu Vereinskäufen, das interessiert mich.

Ihr zweites Mandat ist das eines Business-Advisors bei den New England Patriots, einem Team der amerikanischen Football-Liga NFL. Was ist Ihre Aufgabe?
BIERHOFF: Erstmal bin ich seit zwei Jahrzehnten Football-Fan, aber noch wichtiger ist: Die NFL ist Vorzeigebeispiel dafür, wie man eine Marke aufbaut, wie man Wettbewerb erfolgreich und interessant gestaltet. Die Patriots sind eine gute Brücke zum amerikanischen Sport. Einen Fußballverein und ein Stadion, in dem in diesem Sommer WM-Spiele ausgetragen werden, haben sie darüber hinaus auch noch. Die Patriots sind eines von vier NFL-Franchises, die ins Ausland expandieren dürfen. Sie suchten jemanden, der ihnen helfen kann, in Deutschland Dinge umzusetzen. Der Kontakt war mir sehr wichtig.

Sie beschäftigen sich mit dem Thema Finanzen. Sie sind Teilhaber eines Finanzdienstleister, Sie beraten Sportler bei der Geldanlage. Während Fußballspieler früher nach der Karriere eine Lotto-Toto-Annahmestelle betrieben, investieren sie heute in Start-ups und aktiennotierte Unternehmen. Schöne neue Welt?
BIERHOFF: Das passiert, die Zeiten haben sich geändert. Topspieler haben heute weit mehr Geld zur Verfügung und kommen besser an Informationen beim Investment. Bei einer
Privatbank wie Goldman Sachs hätte ich früher schüchtern anklopfen müssen, und als erstes hätten die gesagt: Leg mal fünf Millionen auf den Tisch, dann können wir reden. Heute kommt man mit 250.000 Euro in fünf Minuten an Private Equity ran. Das Gleiche gilt für den Start-up-Boom: Zu meiner Zeit hat man sich einen Gewerbeschein für den Lottoladen geholt, heute werden die Spieler, auch über ihre Social Media-Kanäle, zu eigenen Marken. Sie nutzen Netzwerke und Zugänge, die es früher nicht gab.

Sie beraten nicht nur Profsportler, sondern setzen sich auch dafür ein, dass Jugendliche mehr Wissen über Finanzen aufbauen. Wo liegen die Probleme?
BIERHOFF: Wir brauchen nicht nur über Fußballer zu reden. Allein dadurch, dass heute fast jeder eine Kreditkarte hat oder mit seinem Handy über Apple Pay bezahlt, geht das Verhältnis zum Geld verloren. Die Menschen verlieren den Bezug; viele wissen nicht mehr, wie sie mit ihrem Geld umgehen sollen. Früher hatte ich eine Geldkassette. Manchmal habe ich reingeguckt und es war nur noch ein Schein drinnen. Da lernst du, mit Budgets umzugehen.

In Ihrer Biografie erzählen Sie, dass Sie in der Jugend viel Skateboard gefahren sind. Bis man das beherrscht, muss man nach vielen Stürzen immer wieder hochkommen und weitermachen. Hat Sie dieser Lerneffekt geprägt?
THELEN: Ich glaube ja. Skateboard fahren ist eine der Sportarten, bei der man, ohne sich in gewissem Maße zu verletzen, nicht vorankommt. Das ist de facto so. Wenn man einen komplizierten Skateboard-Trick lernen will, wird man irgendwann mal ein blaues Schienbein haben. Und das hat mir gezeigt, dass man einen gewissen Schmerz hinnehmen muss, um an sein Ziel zu kommen.

Haben Sie sich immer schon für das Thema Geld interessiert?
BIERHOFF: Zahlen habe ich immer gemocht. Rechnen war früh ein Thema für mich. Ich vergesse Namen, Zahlen nicht. Ich weiß immer noch die Telefonnummer meines besten Freundes aus meiner Kindheitszeit in Essen auswendig. Ich hatte in der Schule auch Mathe-Leistungskurs. Als ich 14 Jahre alt war hat mich mein Vater gefragt: Wieviel Geld benötigst du für dein tägliches Leben? Ich sollte eine Liste machen mit dem Budget, das ich brauche für Fußballverein, Tennisklub, Busticket und das Moped. So habe ich sehr schnell gelernt, mit Geld umzugehen.

Fordern Sie deshalb: das Thema Finanzen muss in die Schulen.
BIERHOFF: In der Schule sollte man Menschen darauf vorbereiten, ihr Leben zu meistern. Da gehört ökonomische Bildung dazu. Wo sonst kriegen Kinder das mit? Das Schlimme ist ja: Die, die am wenigsten Geld haben, sind oft am schlechtesten informiert.

Wenn Sie Sportler fnanziell beraten, was sind die Probleme?
BIERHOFF: Ich selbst berate nicht fnanziell, das machen die Experten von Finvia, die haben die richtige Kompetenz dafür. Aber ich sage immer: Macht euch schlau, keine Frage ist dumm genug. Und macht keine dummen Sachen. Die größten Gefahren sind zwei Dinge: Die eine ist, dass man sich einen sehr hohen Lebensstandard angeeignet hat. Und das ist bei Spielern, die nicht soviel Geld haben, aber glauben so leben zu müssen wie die Topstars, schwierig. Der Ferrari für Ronaldo ist nicht das Problem. Das Problem ist der Ferrari für den Spieler, der sich dieses Auto eigentlich nicht leisten kann. Die zweite Gefahr ist, seinen Lebensstandard nach der Karriere zu gestalten.

Wenn das Geld etwas knapper wird.
BIERHOFF: Wir stellen unseren Klienten zwei Fragen – unabhängig ob Profsportler oder Unternehmer: Was ist viel Geld? Und was ist für einen persönlich genug Geld? Ist eine Million viel? Sind drei Millionen viel? Oder sind erst 20 Millionen viel?

Wie lautet die Antwort?
BIERHOFF: Ein Beispiel: Ein Spieler hat am Ende seiner Karriere zehn Millionen. Er ist 35 Jahre alt und wird vielleicht 85. Jetzt braucht er für seinen Lebensstandard
200.000 Euro im Jahr, hat aber keine Einnahmen mehr. Dann ist die Rechnung einfach: Er ist bereits lange vor seinem 85. Lebensjahr pleite, man muss ja auch Infation und Steuern einberechnen, gar nicht zu reden von einer möglichen Scheidung.

Vermutlich haben Sie diese Rechnung in Ihrem Leben noch nicht aufmachen müssen.
BIERHOFF: Ich konnte immer mit Geld umgehen. Und trotzdem verliert man die Relation, wenn man sich in den Sphären eines Profifußballers aufhält. Das ging auch mir so. Es ist wichtig, sich dessen bewusst zu sein, alles zu schätzen zu wissen. Auch ich mache für mich KostenNutzen-Rechnungen.

Notwendig wäre das nicht, oder?
BIERHOFF: Dafür bin ich sehr dankbar. Mit dem, was ich verdient habe, wäre es blödsinnig, total sparsam zu leben. Herr Otto (Michael Otto, ehemaliger Vorstandvorsitzender beim Otto Konzern) hat einmal gesagt, er sei bodenständig und würde nur Economy fiegen. Da sage ich, und ich weiß, dass ich für diese Meinung nicht nur Applaus bekomme: Falsch! Wer viel Geld hat sollte konsumieren, muss Business fiegen, damit die Economy für alle anderen erschwinglich bleibt. Denn die teure Business ermöglicht erst die billigere Economy. Gleiches gilt beispielsweise für den 7er und den 1er von BMW. Übrigens: Auf die Frage, was Bodenständigkeit bedeutet, habe ich bisher von niemandem eine Antwort erhalten.

Sie haben die Frage vorhin selbst gestellt: Was ist für Sie genug?
BIERHOFF: Geld sollte nutzen, um die Dinge zu machen, die einem wichtig sind und auch anderen Menschen zu helfen, sei es auch durch Konsum Ihrer Dienstleistungen. Ich brauche keine Yacht, ich brauche kein Privatfugzeug, aber ich fnde es schön, mir Dinge erlauben zu können, ohne groß über den Preis und die Kosten nachdenken zu müssen. Neben der Gesundheit zählen Ernährung und Bildung zu den ganz wichtigen Aspekten. Ich gehe in den Biomarkt einkaufen und muss nicht rechnen, ob ich die Blaubeeren kaufen kann oder nicht. In die Bildung der Kinder zu investieren ist wichtig, auch mal mit einem Privatlehrer. Und ich freue mich, dass ich meiner Familie ein schönes Zuhause an einem schönen Platz bieten kann. Aber Vermögen und Glück hängen gar nicht so viel zusammen, wie viele glauben. Es gibt diesen netten Spruch: Reichtum ist Armut an Bedürfnissen.

OLIVER BIERHOFF, 58, ist ehemaliger Fußball-Nationalspieler und Funktionär. Er ist Unternehmer, Investor und Berater an der Schnittstelle von Sport und Wirtschaft. Als Fußballer absolvierte er 70 Länderspiele, 1996 erzielte er das entscheidende Tor zum Gewinn der EM. Er spielte u. a. für den HSV, Borussia Mönchen gladbach, AC Milan und AS Monaco. Mit Milan wurde er italienischer Meister und Torschützenkönig. Von 2004 bis 2022 war er Funktionär beim Deutschen Fußball-Bund, zunächst als Manager der Nationalmann schaft, von 2018 an DFB-Geschäftsführer. Bierhoff ist Gesellschafter und Strategic Partner des Multi Family Offce FINVIA und Business Advisor der New England Patriots, einer Franchise der US-Football-Liga NFL. Er ist Berater und Markenbotschafter von BMW und SAP.

Gespräch: Andreas Eckhoff  Fotos: FABIJAN VUKSIC