Dass die U-Bahnlinie 4 nach Plan 2011 fertig war, ist auch ein Verdienst der Kanzlei AVR mit drei Standorten. Die Kürzel gehören zu ANDREA VERSTEYL, die als Anwältin das deutsche Planungs- und Umweltrecht beratend mitprägte.
Philosophie oder Jura? Vor dieser Frage stand die junge Andrea Versteyl im Studium. Am Ende promovierte sie mit einer rechtvergleichenden Arbeit zur Streitschlichtung und Streitentscheidung in Münster. Statt an einer Uni zu lehren, wurde sie eine erfolgreiche Anwältin für Planungs- und Umweltrecht. „Themen, die mich immer schon besonders interessierten“, sagt sie.
Und weil sie privat ihren Lebensmittelpunkt in den Süden Deutschlands verlegte, wurde ihre erste Station eine Sozietät mit Standorten in Augsburg und München, wo sie als Partnerin mit Themen wie „Genehmigungsverfahren für Deponien und Abfallverbrennungsanlagen“ in Berührung kam. Damals, Ende der 80er Jahre, führte Andrea Versteyl im Auftrag ihrer Klienten häufig „emotionale Diskussionen“ zu umstrittenen, umweltrelevanten Vorhaben. Ihr Plus: die Fähigkeit zur Deeskalation, Kommunikation und das Wissen, dass die Öffentlichkeit bei solchen Projekten beteiligt, besser noch mitgenommen werden sollte. Erkenntnisse wie diese brachte sie auch als Mitglied des Beirates des Vereins Deutscher Ingenieure ein. Zudem ist sie seit einigen Jahren als Mediatorin tätig.
Seit 2004 lebt und arbeitet Versteyl in Hamburg. Eines der ersten Projekte der Kanzlei AVR, mit den Initialen der Gründerin im Kürzel, war die U-Bahnlinie 4. Ohne Klagen ging sie 2011 planmäßig in Betrieb; eine Seltenheit. Bei der Airbus-Ansiedlung und der Elbvertiefung beriet der Leiter des Hamburger AVR-Büros von Anfang an die Wirtschaftsbehörde. Aktuelle Projekte sind der Neubau der S-Bahnlinie von der Stadtgrenze nach Bad Oldesloe sowie die Schienenanbindung der Fehmarnbeltquerung.
Natürlich ist AVR auch bundesweit tätig, begleitet beratend Unternehmen bei der Genehmigung von Industrieanlagen aller Art sowie Behörden bei großen Infrastrukturvorhaben. 17 Anwälte arbeiten an den drei Standorten Hamburg, Berlin und München. Im Ranking der Wirtschaftskanzleien wird AVR seit Jahren als feste Größe für umwelt- und planungsrechtliche Fragen gelistet. „Mandanten loben den effizienten und prägnanten Transfer technischer Zusammenhänge und die hohe Einsatzbereitschaft“, sagt Versteyl.
Stundenlang ließe sich mit dieser Frau reden. Egal, ob es um die Wirksamkeit von Gesetzen, die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren oder den Bürokratieabbau geht, sie hat die Fakten parat. Zehn Jahre lang war Versteyl zudem ehrenamtliche Richterin am Sächsischen Verfassungsgericht in Leipzig, von 2011 bis 2022 Mitglied im Normenkontrollrat der Bundesregierung, aus dessen Engagement das Ministerium für Digitales und Staatsmodernisierung entstanden ist. Durch die Aufnahme von Partnern, die nun die Standorte führen, hat sich Versteyl Freiraum für Neues geschaffen. Beispielsweise die Vertiefung ihrer Lehrtätigkeit an der Universität Hannover, wo sie 2010 zur Honorarprofessorin ernannt wurde.
Freunde und Kollegen haben ihr Wirken in der Festschrift „Recht und Verantwortung“ gewürdigt. Genaue Zukunftspläne gibt es nicht. Nur soviel: „Ich möchte von dem weitergeben, was mich über die Jahrzehnte beschäftigt hat.“
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