DIRK STEGEMEYER hat einige berufliche Stationen hinter sich. Seit 2001 ist sein Mittelpunkt bei SAP Deutschland in Hamburg, wo er sich in verantwortlicher Position um das Eskalations-Management für den Cloud-Bereich kümmert.

„Womit wollen wir anfangen?“, fragt Dirk Stegemeyer bei der Begrüßung. Wir sitzen in der Mitarbeiter-Lounge von SAP Deutschland, dem nach Microsoft und Oracle weltweit
umsatzstärksten Softwareunternehmen, bei dem er seit 2001 in den unterschiedlichsten Bereichen tätig ist. Nach vielen Jahren als Berater für Projekte bei Unternehmen ist er nun in der Cloud angekommen.

Dirk Stegemeyer, Jahrgang 1970, ist südlich der Elbe im niedersächsischen Moisburg aufgewachsen. „Nachdem ich das Abitur 1990 gemacht hatte, war meine Idee, den Wehrdienst bei der Bundeswehr abzuleisten und danach zu studieren“, sagt er. Elektrotechnik oder Maschinenbau schwebte dem Abiturienten vor. Doch da sich die Bundeswehr mit der Einberufung viel Zeit ließ, kümmerte er sich um einen Studienplatz und „strandete irgendwann in Essen im Fachbereich Maschinenbau“. Im Studentenwohnheim lernte er viele Menschen aus anderen Ländern kennen, vor allem „jede Menge Italiener“.

Er erhielt zahlreiche Einladungen und als er seine Studienkollegen besuchte, war er total begeistert. „Italien war toll und bin einige Wochen länger dortgeblieben als geplant. Ich habe mir gesagt: Da will ich hin. Aber ein Stipendium für Maschinenbau in Italien konnte ich vergessen“, erklärt er. Doch Stegemeyer hatte eine Lösung parat: Mit Unterstützung durch das Erasmus-Programm konnte er sich für ein Jahr an der Universität von Pisa einschreiben – für das Fach vergleichende Literaturwissenschaften. „Das war zwar nicht unbedingt mein Ding, aber es war interessant, die Vorlesungen zu besuchen“, sagt sich Dirk Stegemeyer heute. Erst später erhielt er einen Studienplatz für Betriebswirtschaft.

Um das Auslandsstudium zu finanzieren, fuhr Stegemeyer zwischen Hamburg und Pisa hin und her. „Ich konnte in Hamburg immer für eine Firma arbeiten und hatte so mein sicheres Einkommen.“ Er hatte sich mit der Pendelei zwischen Hamburg und Pisa eingerichtet, doch plötzlich unterbreitete ihm ein anderes Hamburger Unternehmen ein attraktives Angebot („Heute würde man sagen ein Start-up für den Handel“), das er nicht ablehnen konnte. „Wir haben unglaublich gute Geschäfte gemacht und ich bin dort zum Prokuristen aufgerückt“, sagt er. „Aber es war sehr chaotisch und uns war klar, dass die Firma früher oder später koppheister gehen würde“.

Die Firma war irgendwann Geschichte, doch die berufliche Karriere von Dirk Stegemeyer nahm weiter Fahrt auf. Beim nächsten Job in einem fleischverarbeitenden Betrieb kam er zum ersten Mal mit SAP in Kontakt. „Wir brauchten eine vernünftige Software für die Buchhaltung und so bin ich mit 29 Jahren zu meinem ersten SAP-Projekt auf Kundenseite gekommen. Wir haben die Software aufgesetzt und das Projekt zum Fliegen gebracht. Sogar die Branchenzeitungen haben darüber berichtet und andere Firmen haben uns besucht, um zu erfahren, warumd as so gut funktioniert.“

Inzwischen ist der 55-Jährige seit vielen Jahren in Europas größtem Softwarehaus erfolgreich tätig. Bei seinem Einstieg sollte er für die SAP-Tochter Systems Integration AG als Managing Director das Geschäft in Italien ausbauen. Doch mit dem Attentat am 11. September 2001 in New York „war der Traum vom unbegrenzten Wachstum ausgeträumt“. Stegemeyer hat stattdessen Projekte im Bereich Nahrungsmittel und Consumer Industry geleitet. In den folgenden Jahren war er als Projektberater in allen Teilen der Welt unterwegs, um Unternehmen bei der Integration von SAP-Software zu unterstützen.

Indes: Sein besonderes Interesse galt schon immer dem Bereich Mergers and Acquisitions. „Schon seit meiner Jugend wollte ich Firmen umbauen, neu strukturieren und mit anderen Unternehmen zusammenbringen“, erklärt Stegemeyer. Einen großen Teil seines beruflichen Lebens war der leidenschaftliche Motorradfahrer (er fährt eine BMW 1200 GS) im Ausland tätig, lebte in Brasilien, Mexiko oder in den USA.

Heute hat Dirk Stegemeyer sein Büro am Dammtor und reist nur noch wenig umher. „Irgendwann wurde ich gefragt, ob ich nicht Lust hätte, das Transformation Management für den Cloud-Bereich von SAP zu übernehmen. Damit hatten sie mich am Haken und ich bin tatsächlich richtig in die Cloud geraten, wo ich bis heute den Regional Escalation Officer gebe.“

KONTAKT
SAP Deutschland SE & Co.KG
Tesdorpfstraße 8
20148 Hamburg
Tel: +49 160 90 82 22 63
dirk.stegemeyer@sap.com
www.sap.com

Text: Achim Schneider Foto: Fabijan Vuksic