Nicht viele Menschen verstehen mehr von Sportmanagement als ALEXANDER HARMS. Der Geschäftsführer der Stiftung Leistungssport setzt zum Wohle von Hamburgs Spitzensport und Wirtschaft Ideen um, die er in den USA gelernt hat.
Dass er später mal im Sport arbeiten würde, war eigentlich von Anfang an klar; es konnte gar nicht anders sein. Die Familie sportbegeistert, der Vater Sportjournalist, die beiden jüngeren Brüder und er selbst Bundesligaund Nationalspieler im Baseball, College-Stipendium und Sportmanagement-Studium in den USA. „Ja“, sagt Alexander Harms, „für mich stand immer fest: mein Beruf muss etwas mit Sport zu tun haben.“
Und so ist es ja auch gekommen. Seit 2014 ist der 37-Jährige Geschäftsführer der Stiftung Leistungssport Hamburg; sein absoluter Traumjob. Die Organisation unter dem Dach der Handelskammer und der Stadt, finanziert von gut einem Dutzend Partnern aus der Wirtschaft, hat die Aufgabe, Leistungssport zu fördern und sichtbar zu machen. Hauptprojekt ist das Team Hamburg mit rund 80 Sportlern, deren Ziel es ist, früher oder später einmal an Olympischen und Paralympischen Spielen teilzunehmen. Die Stiftung unterstützt sie mit 200 bis 400 Euro im Monat, Know-how in Sachen Netzwerk und Marketing sowie leidenschaftlichem Engagement. „Das gibt auch mir den Extra-Push“, sagt Harms, „jungen Sportlern dabei zu helfen, ihren Traum zu leben.“
Der Eindruck trügt nicht: Hier sitzt der richtige Mann am richtigen Platz. Sein Wissen ist exzellent. Nach dem Abitur war er der erste Hamburger, der an einem amerikanischen College, am Genesee Community College in New York, in der ureigenen US-Sportart Baseball ein Stipendium erhielt. Weitere zwei Jahre verbrachte er in Cleveland am Notre Dame College. An beiden Institutionen lebte er das Leben eines Profisportlers, aber nicht nur das. „Wenn jemand Sportmarketing kann“, sagt Harms, „dann die Amerikaner. Ich habe selten so viel über Sport-Management gelernt wie in den USA.“
Die Erfahrungen kommen heute den Olympioniken von morgen zugute. Besonderes Augenmerk legt Harms darauf, den Sport mit Wirtschaftsunternehmen zu vernetzen. Dieses Konzept geht weit über die finanzielle Unterstützung hinaus. „Wer einmal Leistungssport gemacht hat“, sagt Harms, „wird auch im Berufsleben starke Ambitionen zeigen. Commitment, Eigeninitiative, Zeitmanagement, Resilienz, all das bringen Sportler mit in den Job.“ So lernen Unternehmer bei den zahlreichen Events und Projekten nicht selten Mitarbeiter für die Zukunft kennen. Die Sponsoren wissen, was sie an der Stiftung haben, und dass sie für ihr Engagement von den Aktiven hohe Wertschätzung erfahren. Harms: „Wir haben bislang noch keinen langfristigen Partner verloren.“
Die Nähe zu den größten Sportorganisationen der Welt während seiner Zeit in den USA ist für Harms immer noch ein Traum. Auch er hat, natürlich, von der Major League Baseball geträumt. Aber eine Profikarriere ist ja immer wie ein großes Puzzle. Am Ende müssen alle Teile passen. „Bei mir hat irgendwo ein Stückchen gefehlt“, sagt Harms. Ein Mitschüler von damals, erzählt er lächelnd, „hat von mir das Pitchen gelernt“, die wichtigste Aufgabe im Baseball. Heute spielt Tanner Scott bei den Los Angeles Dodgers und verdient 50 Millionen Dollar im Jahr.
So kann’s gehen. „Aber bitte nicht falsch verstehen. Ich hege keinen Groll, ganz im Gegenteil“, sagt Harms. Sein Leben, sagt er, sei bis jetzt perfekt gelaufen: „Ich hätte es mir nicht anders wünschen können.“ Wie schön, wenn man das von sich sagen kann.
KONTAKT
Alexander Harms
Geschäftsführer Stiftung Leistungssport Hamburg
Adolphsplatz 1, 20457 Hamburg
Tel: 040 36 138 708
alexander.harms@handelskammer-hamburg.de
www.handelskammer-hamburg.de