Als er seine künftige Ehefrau kennenlernte, ahnte CHRISTIAN WANDRACH nicht, dass er die Geschäftsführung von Ingenieure Willy Wandrach übernehmen würde. Heute ist er froh, sich fürs Unternehmen der Schwiegereltern entschieden zu haben.

Christian Wandrach hatte sich schon in jungen Jahren fest vorgenommen, Beruf und Privatleben konsequent voneinander zu trennen. Sein Vater war Berufssoldat, und wenn er nach Dienstschluss nach Hause kam, entledigte er sich seiner Uniform und von dem Moment an war der Beruf kein Thema. „Meine Eltern haben das damals ganz gut getrennt“, sagt Wandrach. So ist bei dem jungen Christian die Idee gereift, sich diese Einstellung für sein künftiges Berufsleben ebenfalls zu eigen zu machen. „Ich fand die Idee gut und wollte es so machen, wie meine Eltern.“ Zu dem Zeitpunkt hatte Christian Wandrach noch keine Vorstellung, wie sich sein Leben entwickeln würde. Geschweige denn seine berufliche Karriere.

Weil sein Vater als Berufssoldat häufig versetzt wurde, musste die Familie regelmäßig den Wohnort wechseln. Von Neustrelitz ging es nach Rostock und später nach Neumünster. „Ich bin ein echter norddeutscher Nomade“, sagt er. In Neumünster bewarb er sich „auf blauen Dunst“ bei der Deutschen Bahn für eine duale Ausbildung. Zur eigenen Überraschung erhielt er einen der wenigen Plätze: „Ich war hoch motiviert und wurde dort richtig gut ausgebildet.“ Doch dann verließen seine beiden wichtigsten Unterstützer das Unternehmen und Christian sah keine berufliche Zukunft bei der Bahn. Inzwischen lebte er mit seiner Freundin Katharina in einer Wohnung auf dem Gelände des schwiegerelterlichen Unternehmens Ingenieure Willy Wandrach, und der Wirtschaftsingenieur machte sich auf die Suche nach einem Job in Hamburg.

Katharinas Eltern Willy und Jutta hatten gemeinsam das Handelsunternehmen für Pumpen 1984 gegründet. Sie belieferten vornehmlich Kunden aus der Schifffahrt und der Industrie im Raum Norddeutschland mit Pumpen jeglicher Art. Über die Jahre hat sich das Handelshaus zur Werksvertretung mit Teileverkauf und eigenem Reparaturservice entwickelt. Während Christian Wandrachs Jobsuche ergab es sich, dass im Unternehmen eine Stelle frei wurde. Nach einigem Überlegen entschied sich der Schwiegersohn in spe, in die Firma einzusteigen. Das war im Dezember 2007. „Unternehmertum war nie ein Thema für mich. Da ich eher durch Zufall so reingerutscht bin, hat sich die Idee, diese Verantwortung zu übernehmen, erst nach und nach entwickelt“, erzählt er heute.

Wichtig war für ihn von Beginn an Teamarbeit. „Ich habe mir gedacht, mal sehen, wie es läuft. Aber wir waren erstaunt, wie gut die Zusammenarbeit mit der Familie lief. Besonders wichtig war, dass wir immer miteinander kommuniziert und alle Themen direkt angesprochen haben “, sagt er. Das sei auch heute noch so.

Christian Wandrach hat sich intensiv mit der Pumpenmaterie beschäftigt und die Beratung von Kunden, das Lösen von kniffligen Problemen oder Entwickeln von Pumpen nach Kundenwünschen macht ihm „richtig Spaß“. So wundert es nicht, dass er mit seiner Frau Katharina, sie ist Prokuristin im Unternehmen, auch am Essenstisch über Geschäftliches spricht. „Ich glaube, alleine würde ich den Job nicht machen, aber im Team ist es einfach perfekt – halt ein echtes Familienunternehmen.“

KONTAKT
Christian Wandrach, Ingenieure Willy Wandrach GmbH
Flurstraße 105
22549 Hamburg
Telefon: +49 40 39 86 24-25
cwandrach@wandrach.de
www.wandrach.de

Text: Achim Schneider